Betreten Sie ein beliebige Multibrand-Schönheitsgeschäft und die Herausforderung ist sofort ersichtlich: Dutzende von Marken auf denselben wenigen Metern Regalfläche, jede muss sofort erkennbar sein, keine davon möchte so aussehen, als gehöre sie zum Geschäft nebenan. Dies zu lösen ist eine der grundlegendsten, praktischsten Aufgaben, die eine Multibrand-Präsentation erfüllen muss.
Das Problem: Ein gemeinsames Regal kann eine Marke auslöschen
Die Berichterstattung der globalen Kosmetikindustrie über Einzelhandelsdisplays macht einen einfachen Punkt, der hier direkt anwendbar ist: Ein Display sollte mit der Marke verbunden sein, die es präsentiert, und den Markennamen oder das Logo prominent zeigen, denn das baut Kundenbindung und Loyalität auf. An einer Einzelmarkenwand geschieht dies automatisch – die gesamte Vorrichtung ist bereits gebrandet. Auf einem gemeinsamen Multibrand-Regal geschieht dies überhaupt nicht automatisch. Ohne bewusstes Design kann ein Lippenstift von Marke A visuell identisch mit einem Lippenstift von Marke B aussehen, nur wenige Zentimeter voneinander entfernt auf demselben neutralen Regal.
Die Lösung: Kleine, bewusste Signale
Die Lösung, auf die Multibrand-Geschäfte setzen, besteht nicht darin, jeder Marke ihren eigenen Schrank zu geben – dafür ist normalerweise kein Platz und es ist auch nicht notwendig. Es geht darum, kleine, wiederholbare Signale einzubauen, die es einer Marke ermöglichen, ihren eigenen visuellen Raum innerhalb einer gemeinsamen Struktur zu beanspruchen.
Eine Kopfkarte oder ein kleines Schild am oberen Rand jedes Markenbereichs, das das Logo trägt. Ein deutlicher Farbblock oder eine Rückwand hinter den Produkten dieser Marke, die sie visuell von der Marke auf beiden Seiten trennt. Konsistente, markenspezifische Abstände, sodass das Auge des Kunden „diese Produktgruppe gehört zusammen“ liest, noch bevor sie die Etiketten betrachtet. Dies sind einfache Mittel, aber sie erfüllen dieselbe Funktion wie eine Wand mit dedizierten Schränken für eine einzelne Marke – nur komprimiert auf wenige Zentimeter eines gemeinsamen Regals.
Warum das mehr zählt, als es aussieht
Das mag wie ein kleines Detail erscheinen, aber das dahinterstehende Prinzip des visuellen Merchandisings ist nicht klein: Einzelhandelsdisplays existieren vor allem, um Markenbekanntheit und Kundenbindung aufzubauen – und ein Kunde kann keiner Marke treu bleiben, die sie nicht von ihrem Nachbarn unterscheiden kann. In einem Multibrand-Geschäft, wo die Aufmerksamkeit des Kunden bereits auf Dutzende konkurrierender Produkte aufgeteilt ist, wird die Marke, die es schafft, sich deutlich als sie selbst zu präsentieren – selbst innerhalb von drei gemeinsamen Regalen – die Marke sein, an die sie sich erinnert, nach der sie wieder sucht und zu der sie schließlich zurückkehren wird, um sie direkt zu kaufen.